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Wie ich das Stickmustermuseum erlebte

Wie ich das DEUTSCHE STICKMUSTER-MUSEUM entdeckte

Ich lebte damals in der ehemaligen DDR und stickte sehr gern. In einem Brief aus dem Westen Deutschlands erreichte mich ein Zeitungsausschnitt vom DEUTSCHEN STICKMUSTER-MUSEUM mit der Vorstellung eines uralten Stickmustertuches, das mir sehr gefiel. Ich bewunderte diese Arbeit sehr und nutzte die sehr kleine Abbildung, um mit einer Briefmarkenlupe die Motive so weit sichtbar zu machen, dass man sie mit viel gutem Willen nachsticken konnte. Noch viel mehr gefiel mir, dass es in Buxtehude ein DEUTSCHES STICKMUSTER-MUSEUM gab. Aber zwischen mir und Buxtehude war die Staatsgrenze und ich konnte nur davon träumen, einmal ein solches Museum zu sehen.

Zum Jahresbeginn 1996 wechselte ich aus beruflichen Gründen meinen Wohnort und zog in die niedersächsische Hauptstadt Hannover. Und ich dachte erneut an das DEUTSCHE STICKMUSTER-MUSEUM in Buxtehude. Buxtehude war von Hannover aus leicht erreichbar. Also schrieb ich einen Brief an das Museum und bat um Informationen. Wie groß war meine Freude, als das DEUTSCHE STICKMUSTER-MUSEUM inzwischen seinen Sitz nach Celle verlegt hatte, wo es doch fast in meiner Nachbarschaft war! Also fuhr ich bei nächster Gelegenheit nach Celle und lernte so das DEUTSCHE STICKMUSTER-MUSEUM zum ersten Mal kennen.

Und heute bin ich Stammgast in diesem Museum und "stehle mit den Augen", wenn ich neue Ideen brauche für meine Stickereien und erfreue mich an der Schönheit der alten Exponate. Ganz besonders hat es mir bei meinem letzten Besuch vor wenigen Tagen eine winzige Baby-Garnitur angetan, die in Kunststrickerei ausgeführt war und um die Bündchen und Ränder eine Kante aus Perlen im Rosenmuster aufweist. Zauberhaft, diese schöne Arbeit!

Ich sticke gern selbst und stelle auf meiner Homepage eigene Arbeiten vor. Besuchen Sie mich doch bitte! Ich habe gern Gäste.

Marlies Meyer
Zur Homepage



Mein erster Besuch im DEUTSCHEN STICKMUSTER-MUSEUM in Celle

ein Auszug aus einem Brief von Ute H.:

...Was ich im Stickmustermuseum zu sehen bekam, ließ mich mit vor Erstaunen offenen Munde ehrfurchtsvoll erschauern. Aber alles der Reihe nach...

Wir konnten uns erst später von unseren Gastgebern losreißen als ich vorgehabt hatte, so kam es, dass wir erst so gegen 15 Uhr in Celle ankamen. Der Ort scheint sehr hübsch zu sein, viele schöne, alte Häuser von der Sorte, bei deren Anblick ich mich in ein weißes Mousselinekleid werfen möchte, um auf der Veranda ein Buch von Thomas Mann zu lesen. Das Stickmustermuseum selbst ist auch eine kleine, niedrige, rote Villa, die im offenen Karree um einen kleinen Platz gebaut ist, den man über ein paar Stufen erreicht. Der Eingang ist linkerhand und auf ein Klingeln wird man eingelassen.

Angenehm kühl war es dort und das erste, was mir auffiel, war eine Vitrine mit DMC-Garnen, die ich neidvoll betrachtete. Außerdem sind in diesem Vorraum noch jede Menge Stickpackungen ausgestellt, die man auch käuflich erwerben kann. Ich widerstand dem Drang, mir diese Packungen genauer anzusehen und wir kauften zwei Eintrittskarten für je 5 DM, was ich wirklich günstig finde.

Jede/r BesucherIn bekommt eine Lupe, damit man sich die feinen Arbeiten auch genauer ansehen kann. Besonders bei den Petit-Point-Stickereien ist es unerlässlich. Außerdem bekamen wir noch ein dickes Ringbuch, in dem alle Ausstellungsstücke beschrieben sind. Wir gingen um die Ecke und dort gab es eine Fülle von käuflichen Handarbeitsbüchern zu bewundern, die ich aber nur mit einem Blick streifte, weil ich mir das Wühlen und Kaufen für später aufheben wollte.

Das Museum ist in verschiedene Räume unterteilt, die auch einzelne Epochen voneinander trennen, beginnend mit den ältesten Stücken. Die reine Fläche der ganzen Ausstellung mag nicht groß sein für ein Museum, aber durch die Anordnung der Exponate an den Wänden und in Vitrinen konnte man eine unerhörte Menge unterbringen. Es werden nicht nur Mustertücher gezeigt, sondern auch bestickte Wäschestücke, Musterbücher und einige zeitlich passende Dekorationen, wie z. B. Tassen.

In den ersten beiden Räumen befinden sich wunderschöne Mustertücher aus feinen Stoffen, zart bestickt in schönen Farben, aber auch Stopf-, Knopfloch- und Hemdausschnittsmustertücher. Diese Sachen kannte ich noch gar nicht und sie haben mich sehr fasziniert.

Stopfmustertücher zeigten meist in der Mitte eine Kreuzstickerei, zumeist Initialen und Jahreszahl, und darum herum kreuzförmige Stopfmuster, die die verschiedensten Stoffe nachahmten. Zuerst wurde ein Loch in den Stoff geschnitten und dann neu zugewebt. Was für präzise und farbenfrohe Arbeiten!

Die Knopflöcher waren auf weißem Stoff genäht und mit feiner weißer Stickerei umrahmt, was mich bedauern ließ, dass man so etwas nicht mehr in Schulen lehrt. Wie gern hätte ich eine Bluse mit solchen Knopflöchern, einen
schöneren Schmuck kann ich mir kaum vorstellen!

Die Hemdausschnittsmustertücher waren etwa taschentuchgroß, aus weißem Stoff und waren an den Rändern eingeschnitten. Dort wurden die Hemdausschnitte simuliert, die nur aus einem umsäumten Schlitz bestehen. Das untere Ende des Schlitzes wurde mit einer feinen Nadelspitze verziert und der Stoff noch mit weißer Stickerei versehen. So etwas hätte ich auch gern.

Mein Freund war auch sehr interessiert, hat eifrig die Lupe benutzt und mir die Artikel aus dem Ringbuch vorgelesen (ich liebe diesen Mann!). Und so waren wir also sehr vertieft und erst bei der Hälfte des zweiten Raumes angelangt, als die Frau uns aufmerksam machte, dass sie gleich schließen würden. Wir haben also für anderthalb Räume knapp zwei Stunden gebraucht! Wir waren natürlich enttäuscht, dass wir durch die restliche Ausstellung durchfliegen mussten, aber sie meinte, dass wir uns für das Wichtigste die meiste Zeit genommen haben.

In den nächsten Räumen wurde nur mehr der Niedergang dokumentiert. Zuerst war die Stickerei ein Teil der Ausbildung kleiner Mädchen und die Mustertücher gleichzeitig "Merkblatt" und Dokumentation der Fertigkeit. Später stickten Bürgerfrauen zum Spaß und Mustertücher verloren ihre Bedeutung. Im Handarbeitsunterricht an Schulen wurde nur noch Wert auf Vermittlung von Techniken gelegt und die Kreativität blieb für die einfachere Benotbarkeit auf der Strecke, was sich anhand der ausgestellten gleichförmigen "Mustertücher" gut nachvollziehen lässt.

Obwohl ich keine Zeit mehr hatte, in den Büchern und Stickpackungen zu wühlen, wollte ich aber dennoch etwas kaufen. Die Frau war so lieb und hat mir die Repropackungen noch erklärt (Zeit, Symbolik usw.) und ich habe mich
für das Mustertuch von Anna Thies entschieden, das 1859 gestickt wurde. Es ist quadratisch, nicht sehr groß und schon Biedermeier, die Farben sind also schon etwas kräftiger und es ist eine Katze dabei *g*. Dieses Mustertuch habe ich schon mal in einem Kreuzstichheft (Burda, glaube ich) gesehen. Ca. 85,- DM hat die Packung gekostet. Dann habe ich noch ein Paar Prospekte abgegriffen und mich ins Buch eingetragen, damit ich auch Post mit Angeboten und Neuigkeiten bekomme.

Ich bin ziemlich begeistert und kann einen Besuch des Museums nur wärmstens empfehlen. Wir wollen dieses Jahr auf jeden Fall noch einmal hinfahren und mehr Zeit mitbringen.

Ute H.



Lesen Sie bitte auch, was die ANNA Special Kreuzstich E 837 zur Website über das Deutsche Stickmustermuseum veröffentlicht hat.

Zeitungsartikel



Nachwort

Ich danke Herrn und Frau Connemann dafür, dass sie mir das Erlebnis ihrer schönen Ausstellung geschenkt haben und wünsche Ihnen beiden von Herzen alles Gute, ganz besonders Gesundheit und persönliches Wohlergehen!

Marlies Meyer



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