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Ausstellung
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Die Sammlung Connemann
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Die Sammlung Connemann vermittelt einen umfassenden Überblick über die Geschichte der Stickmuster in Europa durch vier Jahrhunderte, in dieser Vollständigkeit weltweit einmalig. Hier wird ein bislang vernachlässigter Bereich volkstümlicher und bürgerlicher Kultur sichtbar, der nicht zuletzt auch die Sozialgeschichte vor allem der Frau innerhalb der Gesellschaft der vergangenen Jahrhunderte anschaulich macht. (Dr. Volker Probst in "Museen und Gedenkstätten im Celler Land")
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Das Prinzenpalais
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Unter dem Namen DAS DEUTSCHE STICKMUSTERMUSEUM CELLE, Sammlung Elfi und Hans-Joachim Connemann, präsentiert sich eine der anerkannt schönsten Privatsammlungen zu einem ebenso unbekannten wie reizvollen Gebiet textiler Volkskunst im PALAIS IM PRINZENGARTEN, einem zauberhaften Lustschlösschen aus dem Rokoko.
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Stickmustertücher
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Stickmustertücher dienten weder als Wandschmuck noch als Deckchen, sondern waren Sammel- und Merktücher für Stickmuster und -techniken. Man könnte sie also auch als "Notiztücher" bezeichnen. Kleine Mädchen im Alter von 5 bis 15 Jahren "notierten" mit Nadel und Faden Muster und Techniken auf feines Leinen, um später mit den gesammelten Motiven die Aussteuer zu besticken.
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Das Stickmustertuch begleitete die Frauen ihr Leben lang als Mustervorlage, die als etwas Kostbares und Persönliches sorgsam gehütet und - häufig im Testament festgelegt - an die nachfolgende Generation weiter gegeben wurde. Da das Mustertuch in einem schützenden Behältnis, z. B. in der Haubenschachtel, aufbewahrt wurde, blieben die lichtempfindlichen naturgefärbten Seidengarne, die man zum Sticken verwandte, durchweg in ihrer schönen morbiden Farbigkeit erhalten, die neben vielem anderen den unnachahmlichen Charme eines alten Stickmustertuches ausmachten.
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Symbolik
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Die Stickmotive hatten eine bestimmte, meistens symbolische Bedeutung. Überall in Europa verstand man diese Bildersprache und wandte sie gezielt an. So galt der Pfau als Symbol der Auferstehung, das Lamm als Sinnbild für den Opfertod Christi, der achtzackige Stern als Stern von Bethlehem, eine kleine Burg als Himmelsburg, Blumen und Pflanzen als Lebensbäume, Vögel als Seelenvögel, und die "Stammeltern" Adam und Eva im Paradiesgarten erzählen von der Vertreibung aus dem Paradies und mahnen an die Endlichkeit des Irdischen.
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Diese und unzählige weitere Symbole finden sich in den im DEUTSCHEN STICKMUSTER-MUSEUM gezeigten Stickmustertüchern aus ganz Europa. Das älteste deutsche Mustertuch trägt die eingestickte Jahreszahl 1638; das älteste überhaupt ist eine kostbare italienische Doppeldurchbrucharbeit von ca. 1600.
Um Sinn und Zweck der Stickmustertücher zu verdeutlichen, pflegt das Stickmustermuseum einen weiteren Ausstellungsbereich mit besonderer Sorgfalt: die Anwendung der Stickmotive aus den Mustertüchern in der Aussteuer. Dokumentiert wird der ursächliche Zusammenhang zwischen Mustertuch und bestickten Haustextilien und Kleidungsstücken an prachtvollen Zier- und Prunktüchern, Alkovenlaken, Totentüchern und Totenkissen, Bauernhemden, Hochzeits- und Festtagsschürzen.
So findet sich z. B. auf einem Totenhemd von 1793 aus den Vierlanden ein mit winzigen goldfarbigen Kreuzstichen gesticktes Segelschiff, das von der Schiffahrt des Lebens in den Hafen der Ewigkeit erzählt.
Ein anrührend naives Beispiel für die Darstellung des Sündenfalls zeigt sich in einem in Plattstich ausgeführten Prunktuch von 1767 aus der Lausitz mit Adam und Eva im Paradiesgarten und dem eingestickten Spruch "That Eva nicht den Abffelbiß wir wären noch im Paradieß".
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Mädchenerziehung und Frauenkultur
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Der Leitspruch des DEUTSCHEN STICKMUSTER-MUSEUMS "Man sieht nur, was man weiß" macht deutlich: Dies ist kein Museum zum schnellen Durchlaufen. Die Besucher treten ein in eine kleine, unbekannte Welt von ganz besonderem Reiz. Wenn sie bereit sind, sich auf diese Welt einzulassen, wenn es ihnen gelingt, den Blick zu schulen für die Ästhetik der Stickmustertücher und die eigentümliche Schönheit des Textilen überhaupt, dann wird ihr Besuch für sie zu einem Erlebnis.
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Doch zeigen Elfi und Hans-Joachim Connemann, beide Journalisten und seit mehr als 20 Jahren sammelnd, forschend und schreibend dem filigranen Charme der textilen Kleinode erlegen, ihre Sammlung über das reine Ästhetische hinaus noch aus einem anderen Grund:
Die ausgestellten Exponate dokumentieren vier Jahrhunderte Mädchenerziehung und Frauenkultur. Sie reflektieren die Bedingungen, unter denen die Frauen jahrhundertelang ihren Beitrag zur menschlichen Zivilisation leisteten, der in einer von Männern dominierten Welt ignoriert und trivialisiert wurde.
Es scheint den Sammlern zu gelingen, dieses so lange Zeit versteckte und verleugnete Erbe der Frauen als wichtiges Kulturgut begreifbar zu machen: Die schöpferische Kraft der Mädchen und Frauen vergangener Zeiten, ihr ästhetisches Wollen, ihre Sicherheit in der Farbwahl, Farbgestaltung, in der Reduzierung bildlicher Motive auf elementare Figurationen erzeugen Ehrfurcht und Bewunderung. Beim Rundgang durch diese verloren gegangene Welt empfinden die Frauen von heute auf ihrem Weg in eine Emanzipation wohl auch Wehmut über verschwundene weibliche Traditionen und Frauenidentität.
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/ Museumsladen
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